Welche Erfahrungen hast Du mit dem Schreiben von Hörspielen?

Das Hörspiel hat mich schon früh fasziniert. Mit 20 habe ich als Volontärin Erfahrungen in der Hörspielredaktion des WDR gesammelt und auch erstmals mit Leonhard Koppelmann zusammengearbeitet. Seitdem war und bin ich Hörspieldramaturgin und -lektorin, habe Stoffe mitentwickelt, mitgeschrieben und arbeite mit in Regie und Produktion. Beim Somerset-Fall fällt die Vorsilbe ‚mit’ weg – es ist das erste Stück, für das ich als Autorin allein verantwortlich bin.

Worin liegt der besondere Reiz, ein Hörspiel zu konzipieren?

Das Hörspiel ist eine eigenständige Kunstform, die Möglichkeiten bietet, die anderen literarischen Formen fehlen. Im Hörspiel lassen sich mit einer unübertroffenen Unmittelbarkeit Atmosphären und Assoziationen erzeugen, Ebenen und Elemente spielerisch zusammenbringen. Text, Stimme, Musik, Geräusch, Rhythmus – wenn ein Stück gelingt, dann ist es mehr als die Summe der einzelnen Teile.

Bist du selbst Sherlock-Holmes-Fan? Welche Verbindung hast Du zu dem Stoff?

Als Kind habe ich viel gelesen. Auch Krimi-Klassiker wie Agatha Christie und Sherlock Holmes. Viele Bilder und Einfälle von Conan Doyle sind hängen geblieben und fühlen sich heute wie Kindheitserinnerungen an. Außerdem habe ich in der Schulzeit mal in einer grottenschlechten Sherlock-Holmes-Musical-Komödie mitgespielt. Zu meinem Leidwesen kann ich die Lieder noch immer auswendig…

Was war die größte Herausforderung während der Arbeit an den Manuskripten zu den Hörspielen?

An einer Serie mitzuschreiben, die sich auf einen klassischen Stoff bezieht, stellt eine doppelte Herausforderung dar: Wie lässt sich die Grundidee, wie lassen sich die Figuren und die Atmosphäre des Originals heute neu erzählen? Bei Sherlock Holmes sollte das dazu noch realistisch und phantastisch zugleich sein. Und wie passt die eigene Geschichte zusammen mit dem, was und wie die anderen Autor*innen der Serie erzählen? Dieser doppelte Rahmen bedeutet, dass man nicht nur aus sich schöpfen und sich ganz in den eigenen Text vertiefen kann. Das ist ein besonderer Reiz und eine besondere Herausforderung.

Und jetzt? Gespannt auf die Produktion mit Johann von Bülow als Sherlock und Florian Lukas als John Watson?

Diese Besetzung freut mich sehr. Beide sind herausragende Schauspieler, die perfekt zu unserer Interpretation des Sherlock und Watson passen. Ich hatte schon einmal das außerordentliche Vergnügen Johann von Bülow im Studio zu erleben und bin wahnsinnig neugierig auf die Arbeit mit Florian Lukas.


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